Eine Bildwelt über „Feuer und Wasser“

Wie fotografiert man Feuer und Wasser, ohne Feuer und Wasser zu zeigen? Für die PR-Fotografien zum neuen Tanzabend „Feuer und Wasser“ von Sergei Vanaev am Theater Plauen-Zwickau wollte ich die beiden Elemente nicht unmittelbar darstellen. Keine Flammen, keine Wasseroberfläche, keine offensichtliche Aufteilung in heiß und kalt. Stattdessen ging es um die Eigenschaften, die wir mit ihnen verbinden – und darum, diese durch Körper und Bewegung sichtbar zu machen.

Feuer steht für Energie, Leidenschaft und inneren Antrieb, aber ebenso für Zerstörung und Kontrollverlust. Wasser kann leicht, ruhig und tragend sein, bleibt jedoch niemals vollkommen still. Es verändert seine Form, setzt sich in Bewegung und kann Grenzen auflösen – und ebenfalls zerstören.

Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch Sergei Vanaevs Tanzabend. Er fragt danach, wofür wir brennen, wonach wir suchen und welche Gefühle aus uns herausbrechen. Dabei begegnen sich Gegensätze: Kraft und Verletzlichkeit, Nähe und Isolation, Ruhe und Unbeständigkeit.

Im Studio entstanden deshalb keine klassischen Tanzfotografien mit klar definierten Posen. Die vier Tänzerinnen Uma Capellari Paltor, Jiyoon Heo, Synne Maria Mikelsen und María Sánchez Villalobos Choy wurden vielmehr Teil einer gemeinsamen Bildbewegung. Körper, Gesichter und Gesten überlagern sich, tauchen auf und verschwinden wieder. Einzelne Figuren bleiben erkennbar und scheinen sich im nächsten Moment in der Gruppe aufzulösen.

Besonders wichtig war mir, dass die Bilder keine eindeutige Geschichte erzählen. Sie sollen einen Zustand vermitteln: das Gefühl, zwischen verschiedenen Kräften zu stehen und trotzdem in Bewegung bleiben zu müssen. So wie Feuer seine Umgebung verändert und Wasser niemals dauerhaft dieselbe Form behält, bleiben auch die Körper in diesen Fotografien nicht fest umrissen.

„Feuer und Wasser“ ist ein Tanzabend von Sergei Vanaev mit Musik von Georg Friedrich Händel, Henry Purcell und Antonio Vivaldi am Theater Plauen-Zwickau.